Jon Groom

JON GROOM

 

Jon Groom, o.T., 2003, Aquarell, 38 x 55 cm
Jon Groom, Bede, 2002, Aquarell, 38 x 55 cm
Jon Groom, Bede, 2002, Aquarell, 38 x 55 cm

Die Abbildungen zeigen nur eine Auswahl der in der Galerie verfügbaren Arbeiten. Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne eine komplette Liste zu. Kurzfristige Änderungen vorbehalten.

Jon Groom Portrait

Jon Groom Portrait

Die Farbzusammensetzungen, die Schicht um Schicht delikat und mit großer Erfahrung austarierten Mischungen, die Grooms strengen geometrischen Flächen Raum und Körper geben, scheinen - je nach Form und Intensität der Beleuchtung - ein Eigenleben zu führen. Ein Braun etwa beginnt seine Rot- und Blautöne preis zu geben, oder verändert sich hin zu einem matten Kupferton, der plötzlich aufscheint. Vorher wirkte es erdig gedeckt, Farbe und Wärme schluckend, speichernd. Jetzt tritt Kristallines in den Vordergrund, wird das Licht reflektiert. Verändert sich die Position des Betrachtenden, kann die Farbe im nächsten Augenblick schon stumpf werden, fahl. Die Bilder von Jon Groom verbinden damit Widersprüche auf vielfache Weise und bringen polare Beziehungen zueinander: Sie scheinen räumlich und tief, und gleichzeitig flächig, geradezu flach. Sie wirken wie traditionelle Tafelbilder und haben genauso objekthaften, fast skulpturalen Charakter. Sie sind transparent und undurchdringlich. Sie scheinen weich und durchlässig und im selben Maß hart und zurückweisend. Sie wirken hell und glänzend und ebenso dunkel und absorbierend. Es ist, als ob Jon Groom seine Bilder mit vielen gegensätzlichen Möglichkeiten aufgeladen habe, die je nach Licht und Standpunkt des Betrachtenden Aspekte ihrer selbst Preis geben. Mit aller Vorsicht und jenseits aller okkulten Spekulation läßt sich sagen, daß er seinen Bildern eine gewisse Selbständigkeit in ihrem Sein gegeben hat, und er spricht auch davon, daß sie ebenso die Betrachtenden ansähen wie die Menschen die Bilder betrachteten.
Jedenfalls setzen die Bilder Bewegung voraus, will man sie auch nur annähernd in der Vielfalt ihrer potenziell vorhandenen Fülle wahrnehmen. Die Bewegung der Menschen, die diesen Bildern begegnen und damit auch die Bewegung des Lichtes, das die Farben zum Leben erweckt und verändert.
Das erlaubt den Hinweis darauf, daß die Bilder Jon Grooms, in denen er gegensätzliche Pole zu einem Ganzen zusammenfügt, auch als Metapher für das Leben, für die wie der Maler sagt, „Widersprüchlichkeit der Existenz" verstanden werden können. Alle Aspekte des Bildes sind erfahrbar, denn das Kunstwerk birgt diese Fülle. Sie erschließen sich aber nur in der Bewegung. Das, heißt es, sei auch die Tragödie allen Seins, daß das Leben dem Menschen nur durch sein physisches Entstehen, sein Vergehen und sein Ende, also durch Geburt, Vergänglichkeit und Tod bewußt wird. Worauf die Bewegung, die ja für Menschen denkbar nur in Raum und Zeit möglich ist, hinweist. Dem entspricht, wie ein Reflex, die Bewegung im Betrachten der Bilder Jon Grooms. Sie lassen sich nur so, sich in Zeit und Raum bewegend, erfahren und damit erschließen.
Jon Groom begreift sich nicht als Künstler, der sich, wie sein Freund und Kollege, im Malen kämpferisch dem wuchtigen Zusammenprall überläßt, sondern Malen gleicht für ihn eher einem meditativen Akt. Seine Malerei atmet Ruhe, trotz aller Bewegung, die bei ihm auf anderer Ebene stattfindet. Stärker als Scully nutzt er die selbstgewählte Beschränkung strenger geometrischer Bildstrukturen, die der Farbe und ihrer transzendierenden Kraft Raum und Spannung gibt. Er sagt, daß erst Disziplin zum Erkennen des Selbst und zur inneren Befreiung führe.


Auszug aus "Wenn aus Bildern Kunst wird, können sie Leben erschließen" - Gedanken zur Kunst von Jon Groom und Sean Scully - von Wilhelm Christoph Warning

 

Jon Groom Biografie

1953
geboren in Powys, Wales

1976
Studium am Postgraduate deparment der Chelsea School of Art in London

1977
Umzug nach New York

1980
Greater London Arts Award

1985
erste Einzelausstellung in der Ruth Siegel Gallery in London

ab Mitte der 1980er
diverse Umzüge und Arbeitsaufenthalte in Italien, Mexiko, München, Kopenhagen etc.

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