RUDOLF HRADIL

Hradil Rudolf, Gasometer Wien, 1991, Aquarell, 38 x 57 cm

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Rudolf Hradil Portrait

Rudolf Hradil hat als Zeichner begonnen, erweiterte sein Können mit der Druckgraphik, indem er seit 1953 lithographierte und ab 1959 bevorzugt Radierungen herstellte. Er war vor allem in der Technik der Kaltnadelradierung spezialisiert und entwickelte sogar eine eigene Druckart. Aufgrund der intensiven Beschäftigung mit Graphik ergibt sich eine Beschränkung auf Grauwerte, Schwarz und Weiß, was sich auch prägend auf seine Ölmalerei und Aquarelle auswirken sollte.

Zu seinen bevorzugten Motiven zählen Stadt- oder Hafenansichten, sowie Stillleben und Landschaftsdarstellungen. Obwohl er auf seinen Städtereisen durch New York, Paris, Rom, Berlin und Venedig Sehenswürdigkeiten in Fülle vor Augen hatte, konzentrierte er sich auf unspektakuläre und gewöhnliche Orte. Vor allem die gewachsenen Strukturen einer Stadt mit dem Nebeneinander von historischer Bausubstanz, alten Objekten und notwendig gewordener Infrastruktur mit ihrer modernen Technik weckten Hradils Aufmerksamkeit.

Im Vereinen von Tradition und Moderne entsteht jene für Hradil typische, stilistische Ausprägung: aufgrund seiner Ausbildung vom österreichischen Expressionismus und Surrealismus her kommend, verarbeitet er in der Nachkriegszeit die internationalen Ideen des Kubismus und Futurismus, die vor allem in Paris über Fernand Léger transportiert wurden.

In zahlreichen graphischen Mappen entstehen einfühlsame Städteportraits, in welchen pulsierende und pittoreske Städte völlig menschenleer gezeigt werden. Mit unzähligen Linien werden dicht verbaute Stadtszenen aus ungewohnten Perspektiven festgehalten. Die Gebäude sind gewollt bewegt und windschief angelegt und wirken auf den Betrachter, als würden sie atmen. Trotz der kaleidoskopartigen Zusammensetzung diverser Stadtelemente aus Liniengeflechten bleibt die Erkennbarkeit und das Charakteristische der Stadt erhalten.

Eine wichtige künstlerische Ausdrucksweise findet Rudolf Hradil in der Aquarellmalerei, mit der er 1964 während eines Rom-Aufenthaltes begann. Diese fasziniert vor allem durch das atmosphärische Moment und ein stark reduziertes Kolorit. Hier tritt eine zarte Ton-in-Ton-Malerei zu Tage, aus der nur einige wenige, immer noch gedämpfte Farben hervor scheinen. Bevorzugt werden Gelb-, Ocker- und Brauntöne, meistens durch Grauabstufungen gebrochen, wodurch oft melancholische Stimmungen erzeugt werden, wie zum Beispiel bei vielen venezianischen Lagunenansichten.
Neben seinen »städtisch-technischen« Bildern, wie Hradil seine Werke selbst kategorisierte, entstehen vor allem in Aquarellmalerei viele seiner »landschaftlich-lyrischen« Bilder, die eine gewisse Poesie des Vertrauten und Alltäglichen ausstrahlen.

Text: Annette Stein
 


Rudolf Hradil Biografie

1925
geboren in Salzburg

1947-1951
Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien (bei Robin C. Andersen, Herbert Boeckl, Albert Paris Gütersloh)

In den Semesterferien bei Anton Kolig in Nötsch/Gailtal

1951/52
Paris Stipendium; Studium im Atelier Fernand Léger

1963
Steipendium am Österreichischen Kulturinstitut, Rom

seit 1964
Mitglied der Secession, Wien

1981/82 u. 1984
Lehrauftrag an der Internationalen Sommerakademie, Salzburg, Klasse für Radierung

1989
Lehrauftrag an der Internationalen Sommerakademie, Salzburg, Klasse für Aquarellmalerei

2005
Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg

2007
gestorben in Wien

 

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