12.10.2019 - 23.11.2019

LENA GÖBEL - HARUKO MAEDA - ANDREA PESENDORFER - RAMONA SCHNEKENBURGER - VERONIKA SUSCHNIG

 

Unter dem Titel „5“ steht die diesjährige Gruppenausstellung in der Galerie 422. Wir präsentieren Werke von fünf Künstlerinnen, die noch nie in dieser Konstellation gemeinsam zu sehen waren, wobei jede auf ihre jeweils unverwechselbare Art zum überaus breitgefächerten spannenden Spektrum kontemporärer Kunst beiträgt.


Lena Göbel zeigt jüngst entstandene Arbeiten, die sich in der von ihr gewohnten Manier erdig kraftvollen Bildthemen widmen, ironisch, hintergründig, dem rohen Zuschnitts des Holzdrucks abgerungen. Die archaische Schönheit, die ihnen zu Grunde liegt, sucht man bei Haruko Maedas fein konturierten Werken meist vergeblich. Ihre aufwändig gestalteten Werke lassen an altmeisterliche Techniken denken. Eine beeindruckende neue Auslegung des klassischen „Memento mori“, denn Tod und Leben oszillieren in ihren wunderschönen und detailreichen Gemälden. Das vom zeichnerischen und fotorealistischen Gestus geprägte Werk von Ramona Schnekenburger brilliert ebenfalls durch Detailreichtum, überrascht mit auf den ersten Blick unspektakulären Motiven, die jedoch lange nachwirken. Mit Fragen des Lebens und deren Bewältigung beschäftigt sich der überwiegend konzeptionelle Ansatz von Veronika Suschnig. Ohne den Einsatz eines Pinsels entstehen reliefartige Farb- und Sprachgebilde auf der Fläche. Ein Fokus auf dem Haptischen des Materials lässt sich ebenso bei Andrea Pesendorfer erkennen. Im Gegensatz zu ihren vier Kolleginnen lagert sie kein weiteres Material auf oder über den stofflichen Bildträger, sondern entzieht durch das Herauslösen von Fäden dem Stoff die industriell gefertigte Struktur, entknüpft sozusagen durch diese Prozesse Kette und Schuss. Durch das partielle Freilegen werden Farbe und Struktur neu sichtbar.


Facettenreichtum, Vielfalt und Unterschiedlichkeit sind jene Begriffe, die auf den ersten Blick das Gesamtbild der Galerieräume prägen werden, die jene fünf künstlerischen Positionen mit ihren divergierenden Ansätzen offeriert. Man darf jedoch gespannt sein, welche möglichen Beziehungen diese Ausstellungskonzeption entstehen lässt im freien Spiel der Blicke der Betrachtenden.