25.05.2019 - 06.07.2019

HANS KUPELWIESER

Mit Hans Kupelwieser präsentieren wir eine künstlerische Position, die zwischen raumgreifend skulpturalen Ausdruck und Fotografie changiert. Die beiden Medien stehen in einem dialogischen Verhältnis zueinander, und belegen darin ein generelles Bemühen um eine konzeptionelle Erweiterung der sonst engen Gattungsgrenzen.
Vor rund zwanzig Jahren prägte Christa Steinle für diese Ausrichtung den Begriff der „postmedialen Skulptur“. Was heißt dies? Bereits seit den 1950er Jahren begann sich in der zeitgenössischen Skulptur in Österreich eine kontinuierliche Verbindung zu anderen künstlerischen Gattungen (Film, Fotografie, Architektur etc.) abzuzeichnen. Hans Kupelwiesers künstlerische Beiträge können, ähnlich jenen Arbeiten von Franz West oder Erwin Wurm, unter diesen Begriff der „erweiterten Skulptur“ gefasst werden.

In Kupelwiesers Werken spielt der Zufall eine immanente Rolle. Es geht ihm dabei um eine generelle Nichtwiederholbarkeit eines spezifischen Gestaltungsprozesses, welcher erst mit und durch seine Entstehung seine endgültige Form annimmt. Das Experiment als Vorhaben mit unsicherem Ausgang ist daher immer Teil seines künstlerischen Konzepts. Die den Werken zugrundeliegenden Materialien sind mit Blick auf die Kunstgeschichte eher gering geschätzte Alltagsgegenstände oder sogar Lebensmittel, wie beispielsweise Auberginen, Nudeln, Kartoffeln etc.
So entsteht etwa ein Papierrelief aus zusammengeknülltem Fotopapier oder die sogenannten „Spaghettogramme und Erdäpfeldrucke“ werden in dreidimensionale Werke aus Gummi oder Beton transformiert.
Kaum ein anderer zeitgenössischer österreichischer Künstler hat die Möglichkeiten intermedialen Gestaltens dabei so konsequent umgesetzt wie Hans Kupelwieser, wie in der kommenden Ausstellung in der Galerie422 erneut zu sehen sein wird.