30.03.2019 - 18.05.2019

KEVIN A. RAUSCH - THE GREAT IN-BETWEEN

  • Kevin A. Rausch - the great  in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019
  • Kevin A. Rausch - the great  in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019
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  • Kevin A. Rausch - the great  in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019
  • Kevin A. Rausch - the great  in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019
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  • Kevin A. Rausch - the great  in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019
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  • Kevin A. Rausch - the great  in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019
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  • Kevin A. Rausch - the great in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019

  • Kevin A. Rausch - the great in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019

  • Kevin A. Rausch - the great in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019

  • Kevin A. Rausch - the great in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019

  • Kevin A. Rausch - the great in-between, 30.03.2019 - 18.05.2019

Mit Kevin A. Rausch präsentiert die Galerie 422 eine junge, aufstrebende, österreichische Position, deren Arbeiten uns in ferne, unbekannte Welten eintauchen lässt.

Figuren in weiten, unberührten Landschaften manifestieren sich vor unseren Augen. Berge, Hügel, Bäume, Felder, Seen lassen sich erahnen. Von Menschenhand errichtete Strukturen, wie Fabriken, Häuser, Autos existieren in dieser Welt nicht (mehr). Sie ist entleert von all diesen Dingen. Zurückgeblieben ist der Mensch. Unterschiedliche Stimmungen werden wiedergegeben. Eine romantische Melancholie schleicht sich ein. Man ertappt sich dabei, das Sichtbare mit bereits Gesehenem, wie beispielsweise von Caspar David Friedrich, William Turner, Claude Monet, Peter Doig und vielen mehr in Bezug zu stellen. Den Künstler ordnet man in das Genre der Landschaftsmalerei ein und nun versucht man das je spezifische seiner Arbeit sich vor Augen führen: Schicht um Schicht baut sich das Szenario auf der Bildfläche auf. Vieles ist in den Arbeiten angedeutet, aber wenig ausformuliert. Spuren werden am Bildmedium sichtbar. Handabdrücke, gemalte und gesprayte Striche, Zahlen, Buchstaben sind feststellbar. Erinnerungen an Graffitis werden wachgerufen.

Die Komposition ist ein Mix aus Malerischem und Zeichnerischem. Die zeichnerischen Elemente werden teilweise von der Malerei überdeckt und/oder an anderer Stelle wieder freigelegt. Köpfe, Füße, Arme, Zahlen, Buchstaben tauchen in gewissen Arbeiten schemenhaft auf. An anderer Stelle kommen darunterliegende Farbschichten durch das Abtragen der Farbe zum Vorschein. Der Forscherdrang wird beim Betrachter geweckt und die Augen tasten neugierig die Bildfläche ab. Kevin A. Rausch beschreibt seinen Malprozess dahingehend, dass seine Arbeiten durch „ein Zumalen, Aufmalen, Wegmalen, Darübermalen, Auftragen und Abtragen“  entstehen.

Die menschlichen Gestalten, die in fast allen Werken zu sehen sind nehmen keinen Blickkontakt zum Betrachter auf. Sie sind in ihre Gedankenwelt versunken. Es sind junge, meist männliche Figuren. Sie erwecken den Eindruck als seien sie in diese Welten gesetzt – ausgesetzt. Es bleibt offen, ob diese dort fremd sind oder nicht. Gemeinsam leben sie mit anderen, doch isoliert voneinander. Die soziale Isolation ist ein Phänomen unserer heutigen Gesellschaft. Gemeinsam leben wir nebeneinander und doch jeder für sich. Sprichwörtlich können uns Welten trennen. Das Gefühl von Einsamkeit macht sich breit. Die zu Beginn empfundene Weite der Landschaft und die damit einhergehende Freiheit fängt bei intensiver Auseinandersetzung zu bröckeln an. Ernsthaftigkeit und Schwermut überschatten das Positive. Ein Nachdenken über sich und die Welt beginnt: Wohin soll man gehen? Wie soll man sein Leben gestalten? Die Arbeiten des Künstlers sind am Puls der Zeit. Jedes Individuum ist vor die Aufgabe des eigenen Zurechtfindens in der Welt gestellt. Kevin A. Rauschs Bilder stehen symptomatisch für eine Generation. Eventuell begegnet uns der Künstler selbst in diesen. Aber ist dies wichtig? Wohl eher nicht, da es ihm nicht um ein Abbilden der Wirklichkeit per se geht, sondern um ein Bewusstmachen. Durch das Andeuten von Dingen regt er das Gegenüber zum Nachdenken an – ein Raum dazwischen entsteht. „the great in-between“ der Ausstellungstitel der Schau in der Galerie 422, greift auf der sprachlichen Ebene die sichtbaren Zwischenräume auf. Dies tun auch seine Werktitel. Mit ihnen gibt der Künstler dem Betrachter eine Richtung der Lesbarkeit. Er möchte keinen Anfang und kein Ende benennen. Es ist vielmehr ein Dazwischen – seelische Zwischenwellen, Fetzen, Punkgewitter.  Titel wie, just waiting, silence is over, white noise, every dream a trap sind nur einige, die etwas benennen – nichts konkretisieren – sondern alles lassen offen. Dies scheint das Charakteristische für Rauschs Werke zu sein. Es gibt keinen Anfang und kein Ende – nur ein Dazwischen. Die Welten, die der Künstler uns eröffnet sind immer Ausschnitte.

Neben den Bildern an der Wand bespielen Plastiken an unterschiedlichsten Stellen die Ausstellungsräume. Beschäftigt man sich mit den sogenannten „Penthouse Asylanten“, wie sie vom Künstler genannt werden intensiver, manifestieren sich in Gedanken Fragen: Sind die dreidimensionalen Wesen den Bildern entstiegen? Erforschen sie unsere Welt? Mit welcher Absicht sind sie gekommen?
Die Plastiken bestehen aus unterschiedlichsten Materialien. Aus verschiedenen Ländern hat der Künstler Vorgefundenes mitgenommen und zu ihnen collagiert. Sein Ziel ist es, dass die Fremden immer wieder auf Reisen gehen. Amsterdam, Den Haag, Berlin, Salzburg und jetzt Gmunden. Sie sind für uns fremd und wir vice versa für sie. So kann konstatiert werden, dass Rauschs Werke ein weiteres Feld unserer heutigen Gesellschaft thematisieren: das Fremde – das Andere. Wie gehen wir mit dem Fremden um? Begegnen wir diesen mit Offenheit oder eher ablehnend, reserviert?

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass wir den Arbeiten von Kevin A. Rausch auf unterschiedlichen Ebenen begegnen können. Sie eröffnen uns einen Einblick in eine fremde Welt, animieren uns unserem Forscherdrang nachzugehen um Schicht für Schicht tiefer in das Oeuvre einzutauchen. Werfen uns auf uns selbst zurück und lassen uns nachdenken über gesellschaftsrelevante Fragen und unsere Position dazu. Sie vermögen es, uns nicht im schwermütigen Grübeln zurückzulassen, sondern zaubern ein Schmunzeln in unser Gesicht, wenn wir die humoristischen Ebene, die diesen innewohnt, erkannt haben. Wir können in ihnen immer etwas Neues entdecken, aber auch bereits gewohnten wiederzufinden. Dies alles und noch viel mehr zeichnet das Œuvre von Kevin A. Rausch aus.