Vorschau Ausstellungen 2020

27.02.2021 - 24.04.2021

FRANCO KAPPL - KARL KARNER - FRANZ RIEDL

Zum Start in die neue Saison widmet die Galerie 422 Margund Lössl drei Künstlern der mittleren Generation eine umfangreiche Schau: Die Gruppenausstellung von Franco Kappl – Karl Karner – Franz Riedl rückt im Zeitraum von 27. Februar bis 24. April 2021 farbig reduzierte Werke, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion changieren, in den Fokus.

Die Ausstellung versucht Gemeinsamkeiten in den auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Werken aufzuspüren. Von Malerei zu Plastik über Fotografie bis hin zur Zeichnung veranschaulichen sie ein breites Feld der gegenwärtigen Kunstproduktion. Gezielt wird probiert, mit aufschlussreichen Gegenüberstellungen einen ähnlichen Zugang, beispielsweise bei der Komposition von Licht und Schatten, von präzisem Strich und zufälliger Geste etc., zu zeigen. Mit der speziell für die Galerie 422 Margund Lössl getroffenen Auswahl soll angeregt werden, sich mit der kontemplativen Kraft, die den Arbeiten innewohnt, auseinanderzusetzen.

 

Franco Kappl, o.T., 2018, Acryl auf Leinwand, 100 x 85 cm
Franz Riedl, Horizontale Schichtung, 2019, Papierrelief, Karton geschnitten, 70 x 102 cm
Karl Karner, aus Samtkasten, Bronze, Feder,
Franco Kappl, Agave, 2019, Acryl auf Leinwand, 150 x 103 cm
Franz Riedl Tensegrity ( Buckminster Fuller) Konvex, 2018, Papierrelief, Karton geschnitten, 92 x 118 cm
Karl Karner, 605 aus Samtkasten, 2013, Bronze, 64 x 49 x 61 cm


FRANCO KAPPL
Schwarze oder weiße Flächen dominieren in Franco Kappls Malereien. Als Elemente im Hintergrund verleihen sie der Komposition eine gewisse Ruhe. Dramatik bringt die abstrakte Figur, die sich nach und nach zu einer Spur aus mehreren Farben vor dem Auge aufzulösen scheint. Gleichzeitig eröffnet sich ein illusionistischer Raum, die Spuren durchfluten in Form von Lichtakzenten die Dunkelheit.

KARL KARNER
Karl Karners plastische Arbeiten evozieren den Eindruck von dystopischen Gebilden aus fernen Welten. Sie sind im Moment der Explosion erstarrt und in ihnen wohnt eine unbeschreibliche Dramatik. Die amorphen Gebilde lassen viel Spielraum für Assoziationen. Karl Karner überlässt beim Gießen alles nur einem scheinbaren Zufall. Neben abstrakten Elementen finden sich realistische Teile aus unserer Alltagskultur wie Weinreben, Perlen, Äste, Stoffreste und vieles mehr. So generiert er ein Oszillieren zwischen Abstraktion – Gegenständlichkeit und Kalkül – Zufall. Begünstigt wird das Spiel der Gegensätzlichkeit durch die einheitliche Fassung der Patina. Ein homogenes und ästhetisch schönes Gebilde aus einem Guss, das voller Widersprüchlichkeiten in sich ruht, ist entstanden.

FRANZ RIEDL
Franz Riedls Interesse gilt primär der Aneignung von architektonischen Räumen. Mit Hilfe unterschiedlicher Medien wie Fotografie, Zeichnung, Installationen analysiert, erweitert und zerlegt er die architektonischen Strukturen in geometrischen Formen. Stets bildet die Linie den Ausgangspunkt seiner Untersuchungen. Bei seinen Zeichnungen nimmt der Künstler Schnitte am weißen Blatt vor. Ein Relief manifestiert sich vor den Augen, das den Rezipienten in einen illusionistischen Raum eintauchen lässt. Bedingt durch die monochrome Farbigkeit entsteht der Eindruck einer unglaublichen Präzision in der Ausführung, gleichzeitig eine beinah fragil wirkende Zartheit.